Botenstoffe, Persönlichkeit und Entwicklung

95 % aller Wünsche, Entscheidungen und Verhaltensweisen werden unbewusst von drei Botenstoffen bestimmt. (Quelle: Georg Häusel: Brainview)
Damit werden drei essentielle Persönlichkeitesanteile gebildet und bestimmen Persönlichkeit, Motive und Verhaltensweisen ganz maßgeblich:
Dominanz
Stimulation
Balance
Dominanz
(Testosteron)
Der Wunsch und das Streben zu dominieren, Führung zu übernehmen und körperliche, geistige oder wirtschaftliche Potenz zu realisieren, wird von dem Botenstoff Testosteron gesteuert.
 
Menschen, die mit viel Testosteron ausgestattet sind neigen dazu, sich in den den Vordergrund zu bringen. Sie möchten wahrgenommen werden. Sie zeigen ein sehr ausgeprägtes "Revierverhalten" und ein großes Bedürfnis ihr Revier zu markieren und zu verteidigen. Status, Macht und Demonstration von Potenz auf körperlicher, wirtschaftlicher oder geistiger Ebene ist diesem Typ sehr wichtig und in der Variation abhängig von Intellekt (Dopaminanteil).
Testosteron bewirkt außerdem schnellere Erholung nach körperlicher und geistiger Anstrengung. 
Testosteron bewirkt ein schnelles Muskelwachstum und einen starken Sexualtrieb.
Menschen mit weniger Testosteron neigen entsprechend geringer dazu, Führung, Macht und Autorität anzustreben. Sie besitzen dann auch  weniger Erfolgsstreben.
 
Ist die Fähigkeit zur Selbstkontrolle hoch, sind bei viel Testosteron berufliche oder private Erfolge zu erwarten. Es handelt sich um einen sehr strebsamen, starken und leistungsfähigen Menschen.
 
Ist die Selbstkontrolle zu gering, neigen Menschen mit viel Testosteron zu emotionalen Kontrollverlusten, wenn sie frustriert werden oder sie eine  Revierverletzung erleben (Eigentum, Sitzplatz, Parkplatz, Familie, Partner, Essen). Ihnen fällt es oft schwer, sich in andere Menschen hineinzuversetzen und die Welt aus den Augen des Gegenübers zu betrachten (Empathie). Testosteron bewirkt eine Reaktion mit Wut oder Aggression, wenn Ereignisse nicht so eintreteten wie erwartet. Oft verschätzen sich Menschen mit viel Testorsteron im Umgang mit Ihren Kräften und Gefühlen.
 
Damit ein Dominanz-Typ mehr Selbstkontrolle aufbauen kann, hilft Psychologisches Boxen, um die eigene Kraft auf den Gegenüber abzustimmen und Erregung abzubauen. Er lernt hierdurch seine Kraft einzuteilen und realisiert gesunde Aggression nach Regeln.
 
Achtsamkeitstraining bewirkt in diesem Zusammenhang, sich selbst wahrzunehmen, besser mit den eigenen Gefühlen umzugehen und Mitgefühl zu entwickeln.
Der Dominanz-Typ lernt sich selbst in einem Gesamtzusammenhang mit seiner Umwelt zu verstehen.
 
Psychologisches Parkour bewirkt hier mehr Selbstwahrnehmung, Selbst-sicherheit und Selbstkontrolle aufzu-bauen. 
Eigenwahrnehmung, Feinabstimmung und Teamgeist wird hiermit gefördert.
 
Stimulation
(Dopamin)
Der Wunsch und das Streben nach Unterhaltung, Spiel, Neuigkeiten, Erforschung und Exploration wird maßgeblich von dem Botenstoff Dopamin bestimmt.
 
Menschen, die mit viel Dopamin ausgestattet sind, neigen dazu, ständig nach neuen Informationen Auschau zu halten, sind geistig sehr umtriebig, denken schnell, manchmal zu schnell, lieben Spiele, Unterhaltung, Zucker und Suchtmittel. Der Dopamin-Typ stellt Spaß und Lust in den Vordergrund.
 
Ist die Fähigkeit zur Selbstkontrolle hoch, sind hier hohe berufliche oder private Erfolge und hohe Glückserlebnisse zu erwarten.
Es handelt sich um einen sehr kreativen und geistig leistungsfähigen Menschen, der unermüdlich erscheint.
 
Ist die Selbstkontrolle jedoch zu gering, neigen Menschen mit viel Dopamin dazu, sich und Ihre Mitmenschen zu überfordern. Dopamin bewirkt, dass Rauschzustände auftreten. Dadurch kann es vorkommen, dass dieser Typ schon mal seine körperlichen Grenzen übergeht um Befriedigung auf geistiger oder körperlicher Ebene zu erlangen. Es fällt diesem Typ von Mensch schwer, begonnene Tätigkeiten zuende zu führen und konzentriert zu bleiben, wenn Aufgaben zur Routinetätigkeit werden.
Diesem Typ fällt es schwer, zur Ruhe zu kommen, da sein Geist ständig nach Beschäftigung sucht. Hier ist die Burnout-Gefahr entsprechend hoch.
Bei diesem Persönlichkeitstypen ist die Suchtgefahr besonders hoch und er langweilt sich schnell.
 
Damit ein Stimulus-Typ mehr Selbstkontrolle aufbauen kann, hilft Achtsamkeitstraining, sich zu entschleunigen, sich zu konzentrieren, Kontakt zu seiner Gefühlswelt aufzubauen und damit Körper und Geist zu verbinden.
 
Der Stimulus-Typ profitiert vom Psychologischen Parkourtraining, da er hier hohe Wirksamkeitserlebnisse erfährt, aber auch seine Fähigkeit zur Konzentration und Selbstkontrolle schult.
Die ständig neuen Bewegungsheraus-
forderungen stellen einen fortwährend abwechslungsreichen Stimulus dar.
Spaß, Bewegung und Selbstkontrolle verbinden sich.
 
Psychologisches Boxen hilft, um unterschiedliche Geschwindigkeiten in der Bewegung kennenzulernen und Spaß an der Körperlichkeit aufzubauen. Er lernt seine Kraft zu bündeln und sich zu konzentrieren. Er kann aufgestaute Geisteskraft in Bewegung verwandeln und damit Erregung abbauen.
 
Balance
(Oxytozin)
Der Wunsch und das Streben nach Bindung, Fürsorge und Sicherheit, wird maßgeblich von dem Botenstoff Oxytozin, dem sogenannten  Kuschelhormon, bestimmt.
 
Oxytozin bewirkt, dass Menschen fürsorglich sind, nach menschlicher Wärme und positiven Beziehungen streben. Oxytozin bewirkt außerdem Toleranz, Mitgefühl und Empathie.
Menschen mit viel Oxytozin setzen 
Harmonie, Familie und Beziehung an erster Stelle und sich selbst eher an letzter Stelle. Oxytozin erzeugt den Wunsch zu versorgen.
Die Fähigkeit sich selbst zugunsten der Umwelt zu kontrollieren ist besonders hoch.
 
Im ungünstigen Fall führt dieses Botenstoff-System dazu, sich für andere auzuopfern und sich in emotionale Abhängigkeiten zu begeben.
Trifft z.B. ein Balance-Mensch auf einen Dominanz-Menschen, neigt der Balance-Typ eher dazu in Stress zu geraten und sich tendenziell zu "unterwerfen".
Allein durch die Anwesenheit eines dominanten Menschen kann der Balance-Typ in einen Stresszustand geraten. Oxytozin kann zu einer Aggressionshemmung führen, wodurch sich die Aggression eher gegen sich selbst richtet, anstatt dass sie in Aktivität verwandelt wird.
 
Dieser Persönlichkeitstyp profitiert besonders vom Psychologischen Boxen, da er hier lernt, sich zu zeigen und eigene Kräfte zu entdecken. Ebenfalls lernt der Oxytozin-Mensch beim Boxen, mit fremden Kräften umzugehen. Durch das Boxen wird sein Testosteron-Bereich gestärkt und gehemmte Aggression befreit. Das führt zu einer unmittelbaren Entstressung.
Ein besonderer Gewinn stellt hierbei der Aufbau von Selbstvertrauen und Selbstsicherheit dar. Hier lernt der Oxytozin-Mensch einen Umgang mit dominanten Partnern oder dominanten Kindern zu finden. Durch die Maßnahme baut dieser Typ außerdem die Angst vor körperlicher Aggression ab.
 
Achtsamkeitstraining hilft hier, die eigene Mitte wieder zu finden, sowie mehr für sich sorgen zu lernen. Hierbei erlangt dieser Persönlichkeitstyp zu mehr Klarheit und Entscheidungskraft, aber auch mehr innerer Sicherheit. Ergebnis: Mehr Glück.
 
Psychologisches Parkour hilft hier,  eigene Grenzen zu erweitern und sich als wirksam zu erleben. Diesem Persönlichkeitstyp hilft Parkour, die Angst vor dem Fallen (Versagen) zu verlieren, nach dem Fallen schnell wieder aufzustehen und sich auf neue unerwartete  Situationen einzustellen.